Jeder kennt den Kampf Don Quichottes gegen die Windmühlen. Aber
gegen wen ging es da wirklich? Doch nicht gegen ein hölzernes
Drehgestell oder? Die Bieroper klärt auf. Dazu gehören natürlich
ein Wirtshaus - es könnte auch in Wien stehen -, die reizende
Dulcinea und ein paar starke personifizierte Gefühle, die alle
Menschen bis heute bewegen.
Der Roman "Don Quixote de la Mancha" verfasst von Miguel de
Cervantes 1605, zählt zur Weltliteratur und wurde bereits vielfach
verfilmt und auch ein Musical über diese Figur verfasst. Ein Werk,
an dem auch das Bieropernensemble nicht vorbeigehen kann. Dr.
Wolfgang Rohr, er hat bereits die Bieropern Romeo & Julia,
Kronprinz Rudolfs letzte Liebe sowie Mozart & Don Juan
verfasst, hat mit einer treffenden Bieropernzugabe dieses Thema in
den Reigen der Bieropern aufgenommen.
Zur Erinnerung zum Inhalt des klassischen Romans: Ein etwa
50jähriger Junker in einem Dorfe der Mancha schnappt durch die
fortgesetzte Lektüre von Ritterromanen über. Er fasst den
Entschluss, zur Mehrung seines Ruhmes als fahrender Ritter auf
Abenteuer auszuziehen, dem Unrecht zu steuern und sich in Gefahren
zu stürzen, wie es die Helden der geliebten Bücher taten. Mit
Pappdeckeln baut er eine Pickelhaube zum Helm aus, putzt eine
rostzerfressene Rüstung, macht ein Bauernmädel zur Dame seines
Herzens und legt ihr den tönenden Namen Dulcinea von Toboso bei,
besteigt seinen alten Klepper Rosinante und reitet davon. Er ist
von seiner fixen Idee so besessen, dass er in einer ordinären
Schenke ein Kastell, in Dirnen Edelfräulein, in dem Wirt einen
tapferen Ritter sieht, der ihm selbst den Ritterschlag versetzen
muss. Tollkühn bindet er mit aller Welt an, wobei er zuletzt von
Maultierknechten fürchterlich verprügelt wird. Ein gutmütiger Bauer
seines Dorfes bringt ihn nach Hause zurück. Aber der scheckige Narr
ist noch lange nicht geheilt. Zu einer zweiten Ausfahrt dingt er
sich in Sancho Panza einen Knappen, und erst damit erhält er selbst
seine typische Bedeutung. Die beiden Kontrastfiguren des
verstiegenen, in eine phantastische Idee vernarrten Idealisten und
seines bauernschlauen, grob-realistischen, nur auf seinen Vorteil
und sein gutes Essen bedachten Begleiters heben sich gegenseitig,
scheinen uns untrennbar und wachsen sich zu Urbildern menschlicher
Eigenschaften aus. Erst jetzt tut Don Quijote die weltberühmten
Taten, die uns schon von Kindheit an vertraut sind, kämpft er gegen
die Windmühlen, die er für Riesen hält, attackiert er staubumwölkte
Hammelherden, die ihm mächtige Heere zu sein scheinen, erobert er
das Barbierbecken, das sich ihm als Helm des Mambrin darstellt,
besteht er den "blutigen" Kampf mit einigen Schläuchen roten
Weines, und was dergleichen Abenteuer mehr sind. Auf einem
Ochsenkarren kehrt der Ritter von der traurigen Gestalt übel
zugerichtet mit seinem treuen Knappen endlich wieder heim. Der Held
sinkt allmählich zu einem armen, kranken, irrsinnigen Narren herab,
der von anderen gefoppt wird. Immer stärker steht Sancho Panza im
Vordergrund, der richtig zum Statthalter einer "Insel" ernannt wird
und - das sind ganz prachtvolle Szenen - in dieser Stellung seine
salomonischen Urteile abgibt. Don Quijote aber, der als Narr gelebt
hat, stirbt zuletzt als Weiser. Er sieht seine Torheit und
Verblendung ein und schlummert als guter Christ und kluger Mensch
sanft hinüber.