Was ist das eigentlich, eine Bieroper?
Für Studenten ist das Verstehen einfach, nämlich: Perfektion
eines Bierschwefels.
Am einfachsten jedoch ist das Wesen der Bieroper mit folgenden
Worten zu erklären:
Man nehme eine bekannte pittoreske Begebenheit, garniere diese
mit ulkigen Reimen, würze dazu bekannte Opernarien, Volksweisen
und Studentenlieder, pfeffere und süße mit Mord und
Liebe und gieße zuletzt recht kräftig mit Bier auf.
"Biergläser statt Operngläser
- und Wirtshäuser statt Tannhäuser!"
Das 1.Wiener Bieropernensemble entstand im Jahr 1972 mit der Wiederaufführung
des Klassikers von Richard Thieles "Rinaldini" auf der Bude
der Studentenverbindung Bajuvaria. Die Partitur wurden von Prof. Hans
Soler, Mitglied der Wr. Symphoniker und Chorleiter der Pfarre Gumpendorf
zur Verfügung gestellt. Aufgrund des unerwarteten Erfolges wurde
im Mai 1973 eine gänzlich neu geschriebene Bieroper, nämlich
"Richard Löwenherz" auf der Bude der Studentenverbindung
Mercuria uraufgeführt.
Auch diese Bieroper brachte einen Erfolg und es erfolgten weitere Inszenierungen.
Das gegenwärtige Repertoire des 1.Wiener Bieropernensembles besteht
aus folgenden Werken:
Rinaldini
Richard Löwenherz
Ritter Blaubart
Tannhäuser im Fegefeuer
Kronprinz Rudolfs letzte Liebe
Mozart und Don Juan
Romeo und Julia
Die Bürgschaft
Der Taucher
Zum Wesen einer Bieroper zählt gewissermaßen ein ständiger
Dialog zum Publikum: Szenen, die besonderen Gefallen finden, werden auf
Zuruf ("No amol!") wiederholt. Fecht- und Liebesszenen
sind daher für Wiederholungen besonders "anfällig".
Der Stimmungspegel des Publikums gibt dann die nötigen Impulse und
die erforderliche Inspiration.
Mit Ausnahme des Pianisten, einem Musikprofessor, sind sämtliche
Mitwirkende Laiendarsteller, die mit wenigen Ausnahmen Mitglieder von
Corporationen sind. Frauenrollen werden generell von Männern gesungen,
was einen zusätzlichen Garanten für den beabsichtigten Lacherfolg
darstellt.
Engagiert wird das 1.Wiener Bieropernensemble vorwiegend für Auftritte
in Studentenverbindungen, Geburtstags- oder Hochzeitsfesten, Scheidungsfeiern,
Firmenjubiläen, Grätzelfesten oder sonstigen Anlässen.